Win Win Situation

Mediation

Im Detail und darum herum

Ungeklärte Konflikte bleiben nicht ohne Folgen und eskalieren womöglich weiter

Die Eskalationsstufen eines Konflikts nach Herrn Prof. Dr. Dr. h. c. Friedrich Glasl¹

Schematische Darstellung der 9 Eskalationsstufen eines Konflikts

Quelle: Glasl, F. (2024). Konfliktmanagement: ein Handbuch für Führung, Beratung und Mediation (13. Aufl., S. 243). Bern : Haupt.

1. Stufe: Verhärtung

In Stufe 1 der Konflikteskalation verlieren die Konfliktparteien zuweilen gegenseitige Aufgeschlossenheit und die Begegnung mit der anderen Partei ist nicht mehr vollends unbefangen. Die Konfliktparteien sind sich über wiederkehrende Reibungspunkte bewusst. Auf der anderen Seite nehmen die involvierten Personen den Sachverhalt in dieser Phase noch eher gelassen auf und verzichten auf scharfe Diskussionen.

2. Stufe: Debatte und Polemik

Im Kontrast zur ersten Stufe formen sich harte Standpunkte und Positionen. Die Konfliktparteien sind nunmehr nicht mehr bereit, ein Konfliktthema auf sich beruhen zu lassen. Sie stehen für ihre Sache ein und scheuen keine Konfrontation mit der anderen Seite. Dabei sind auch subtile und indirekte Konfrontationen möglich, wie z.B. durch zynisches oder passiv-aggressives Verhalten. Das bedeutet, die Scheu vor dem Konflikt wird abgelegt und Emotionen nehmen zunehmend mehr Raum ein. Bislang findet der Konflikt auf einer verbalen Ebene statt.

3. Stufe: Taten statt Worte

An eine Konfliktlösung durch Worte wird kaum mehr bis gar nicht geglaubt. Die Konfliktparteien ermächtigen sich, entsprechend ihren Überzeugungen (d.h. der in vorherigen Eskalationsstufen dargestellten Sichtweisen) zu handeln. Anstelle mit der anderen Partei zu sprechen, wird diese vor vollendete Tatsachen gestellt. Dadurch sollen die eigenen Interessen durchgesetzt und die Ziele der anderen Partei blockiert werden. Die Konfliktparteien übersehen dabei, dass so ein zusätzlicher Raum für weitere Interpretationen und Fehlschlüsse entsteht. Auch deshalb beginnen die Parteien, die jeweils andere Seite mit Stereotypen zu behaften.

4. Stufe: Sorge um Image und Koalition

Die Stereotypen haben sich verfestigt. Die gegnerische Partei wird ausschließlich mit den Eigenschaften dieser Stereotypen gesehen. Schattierungen sind nicht mehr existent. Die Konfliktparteien denken in Kategorien. Sie stellen sich gegenseitig Fallen, um diese zu bestätigen. Um das Selbstbild zu stärken, wird im persönlichen Umfeld nach Anhänger:innen für die eigene Überzeugung gesucht.

5. Stufe: Gesichtsverlust

Der hier gemeinte Gesichtsverlust ist von der umgangssprachlichen Nutzung des Begriffs abzugrenzen. Gesichtsverlust bedeutet hier, dass der anderen Partei positive Charaktereigenschaften komplett abgesprochen werden. Bislang positiv aufgefasste Handlungen aus der Vergangenheit werden als rein dem Selbstzweck dienend betrachtet. In gewisser Hinsicht wird der jeweils anderen Partei ihr „Gut-Sein“ bzw. sämtliche Intention zu einer Führung eines aufrichtigen und anständigen Lebens abgesprochen.

6. Stufe: Drohstrategien und Erpressung

Die Konfliktparteien beabsichtigen, einander durch Drohungen zu einer bestimmten Handlung bzw. Kapitulation zu bewegen. Im Gegensatz zu Stufe 7 befürworten die Konfliktparteien dabei die Akzeptanz menschlicher Grundrechte. Gleichwohl existiert ein Zwang, eine ausgesprochene Drohung verwirklichen zu müssen, um von der anderen Partei auch ernst genommen zu werden. Eine Eskalation des Konflikts in Stufe 7 ist daher eine große, latente Gefahr.

7. Stufe: Begrenzte Vernichtungsschläge

Als Folge der vorangegangenen Stufe trauen die Konfliktparteien einander alles zu. Die eigene Existenzsicherung steht im Vordergrund und der anderen Partei einen Schaden zuzufügen wird als befriedigend wahrgenommen. Vernichtungsschläge werden darum und mit dem weiteren Ziel durchgeführt, die Handlungsoptionen der anderen Person(en) zu begrenzen. Sie richten sich primär auf die Infrastruktur und/oder die Ressourcen (z.B. Organisationsabläufe, Kontrollsysteme, finanzielle Positionen).

8. Stufe: Zersplitterung, totale Zerstörung

In Stufe 8 streben die Konfliktparteien den absoluten Niedergang der anderen Partei durch physische, psychische und/oder wirtschaftliche Mittel an. Dabei wird ein eigener Schaden in Kauf genommen, solange er kleiner als der erzielte Schaden an der anderen Konfliktpartei ist.

9. Stufe: Gemeinsam in den Abgrund

In der letzten Phase der Eskalation sind die Konfliktparteien zu einer Selbstopferung bereit, um die andere Partei mit in den Abgrund zu reißen.

So läuft eine Mediation ab:

Viele von uns zögern, weil sie nicht wissen, was sie erwartet. Dabei schafft gerade der strukturierte Ablauf einer Mediation die Sicherheit, die es braucht, um offen zu sprechen. Wo Konflikte komplex sind, muss es der Weg zur Lösung nicht sein! Bei HOUSE OF MEDIATION in München folgt Ihre Mediation einem klaren und strukturierten Prozess.

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Kosten­freies Erst­gespräch

Wir klären gemeinsam: Passt eine Mediation zu Ihrem Anliegen? Welche Rahmenbedingungen sind wichtig? Was ist Ihnen besonders wichtig? Unverbindlich. Vertraulich. Klar.

Analyse und Vor­bereitung

Ich verschaffe mir ein genaues Bild Ihrer Situation – durch Gespräche mit den Beteiligten (eventuell auch einzeln) und einen Fragebogen. Dabei berücksichtige ich auch strukturelle Faktoren: Wer darf was entscheiden? Welche Rahmenbedingungen wirken auf den Konflikt? Wohin soll es gehen?

Strukturierte Mediation

Basierend auf dem V-Phasen-Modell führe ich Sie Schritt für Schritt: Vom Verstehen der Hintergründe bis hin zu einer gemeinsamen, tragfähigen Lösung. Je nach Bedarf arbeite ich mit Einzelgesprächen, gemeinsamen Terminen oder auch thematischen Etappen – z. B. bei Familien- oder internationalen B2B-Konflikten.

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Verbindliche Einigung

Am Ende steht Ihre Lösung – nicht irgendeine, sondern eine, die alle mittragen können. Diese wird schriftlich im Mediationsvertrag festgehalten. Ziel ist ein Ergebnis, das nicht nur im Raum, sondern im Alltag Bestand hat.

Um­setzungs­sicher­heit

Ich achte darauf, dass Ihre Lösung auch in der Realität funktioniert: Finanzierbarkeit, Machbarkeit, Organisation – all das fließt in den Prozess ein. Optional begleite ich Sie nach der Mediation weiter oder vermittle Experten, wenn es sinnvoll ist. Jede Mediation ist einzigartig – aber der Anspruch bleibt gleich: Ein klarer Weg. Eine klare Lösung. Ein gutes Gefühl.

Zwei Strömungen in der Durchführung einer Mediation

Runder Tisch

Die Mediation ist ein gemeinsames Gespräch mit mehreren Mediationssitzungen zwischen allen Konfliktparteien. Einzelgespräche zwischen Mediator:in und Konfliktparteien finden ausschließlich bei Bedarf statt.

Vor- und Nachteile

Diese Form der Mediation stellt einen größeren Werkzeugkasten für Ihre Konfliktlösung bereit. Diverse Instrumente innerhalb der Mediation sind ausschließlich mit der Gegenwart aller Parteien möglich.
Weiterhin ist an einem runden Tisch ein dynamischer Gesprächsfluss zwischen allen Beteiligten des Konflikts vorhanden. Dadurch können Sie

  • aufkommende Gesprächsthemen unmittelbar zu einer Klärung bringen,
  • die Gegenseite(n) in einer anderen Tiefe verstehen, als in der Shuttle Mediation, in welcher Sie ausschließlich vorbereitete Informationen erhalten,
  • die andere(n) Konfliktpartei(en) für Ihre Interessen gewinnen, sich gegenseitig inspirieren und gemeinsame Lösungen entwickeln.

 

Ein großer Nachteil dieser Form der Mediation ist, dass Emotionen in einem Überraschungsmoment überhand gewinnen. Auch wenn die Gesprächsführung durch die mediierende Person ihr Möglichstes gibt, kann es zu einem erhöhten Stresslevel bei Ihnen und / oder der anderen Partei(en) führen.
Daneben kann es bei einem streng getakteten Zeitplan, bei mehreren Personen und / oder Betriebszugehörigkeiten bzw. Wohnsitzen in unterschiedlichen Ländern herausfordernd sein, einen gemeinsamen Termin zu finden.

 

Trotz dieser Herausforderungen spricht sich HOUSE OF MEDIATION für eine Mediation in Präsenz an einem runden Tisch aus, weil die durch die Gesprächsdynamik hervorgerufene Qualität des Gesprächs eine beziehungsschonende Konfliktlösung mehr in den Mittelpunkt stellt.

Shuttle Mediation

Die Mediation ist eine Reihe von Einzelgesprächen der einzelnen Konfliktparteien mit der mediierenden Person. Ein:e Mediator:in arbeitet als Übermittler:in in diplomatischer Mission.

Vor- und Nachteile

Ein Vorteil dieser Form der Mediation ist, dass Sie zu der anderen Partei physische Distanz halten. Die Shuttle Mediation kann online stattfinden und ein persönliches Treffen mit der anderen Partei ist nicht notwendig.
Auch bestimmen Sie in Absprache mit der mediierenden Person, wie und wann welche Informationen an die andere(n) Konfliktpartei(en) weitergegeben werden. Sie können Ihre Bedenken und Erwartungen der mediierenden Person anvertrauen. Im Kontrast zum gemeinsamen Gespräch am runden Tisch besteht kein Risiko, in einem Moment der Unachtsamkeit sensible Daten – ungewollt – preiszugeben.

 

Auf der anderen Seite bedeutet das auch, dass versöhnende Aussagen und Eingeständnisse nicht zwangsläufig an Sie übermittelt werden. Die Gründe dafür sind variabel, z.B. dass das Gesagte ein beiläufiger Nebensatz war und / oder der Mediator eine klare Vorgabe im Sinne der Vertraulichkeit durch die Konfliktparteien erhalten hat. Im Fall einer Übermittlung ist meine Erfahrung, dass ein versöhnendes Wort durch die dritte Person an Gewicht und Ernsthaftigkeit verliert.
Daneben verfügt Shuttle Mediation im Vergleich zum runden Tisch über weniger Freiräume für spontane Ideen und Gedankengänge, die zu einer individuellen Lösung führen und damit den Kuchen vergrößern. Der Fokus liegt verhältnismäßig schnell auf einer ausschließlich sachlichen Lösung und das gemeinsame Potenzial in einer Fortführung der Zusammenarbeit auf Beziehungsebene wird im Prozeßablauf übersehen.

 

HOUSE OF MEDIATION rät darum tendenziell zu einer Mediation in Form eines runden Tisches und gewichtige Gründe können eine Shuttle Mediation zu einer wertvollen Alternative machen.

Aufgaben einer Mediatorin / eines Mediators

Innerhalb einer Mediation nimmt eine Mediatorin / ein Mediator bis zu sieben Rollen ein. Mittels eines geschickten Gebrauchs dieser Rollen und der prozessdynamisch aufeinander abgestimmten Gesprächs-Phasen wirkt eine Mediation.

Analaytiker:in

Rolle: Entwicklung einer gemeinsamen Baseline für den Sachverhalt durch z. B. Caucus (Einzelgespräche), SWOT-Analyse des gegenwärtigen Ausgangszustands, etc.

Übersetzer:in

Rolle: Sicherstellung des Kommunikationsflusses durch z. B. interkulturelle Handlungskompetenz, Visualisierung von Inhalten, Reduktion auf das Wesentliche, etc.

Händler:in

Rolle: Druck und Überzeugungsarbeit zur Konzession durch z. B. Elemente aus der Spieltheorie, Darstellung von Alternativen, Ausblick auf Chancen, etc.

Seelenärztin / Seelenarzt

Rolle: Formung von gegenseitigem Verständnis mittels z. B. Perspektivwechsel, Rückblicke, Hervorhebung wertschätzender Aussagen, etc.

Hofnärrin / Hofnarr

Rolle: Schaffung einer gelockerten und angenehmen Gesprächs-Atmosphäre durch z. B. Anekdoten, Düfte, Raumgestaltung, etc.

Erfinder:in

Rolle: Bereitstellung von Kreativtechniken (z. B. Brainstorming, Kartenabfrage, Szenarien Entwicklung, etc.) zur Lösungsfindung.

Botin / Bote

Rolle: Überbringung und Entgegennahme von Angeboten der Parteien.

Stile der Mediatorin / des Mediators

 

Bei der Durchführung einer Mediation können sich Mediator:innen für einen bestimmten  Mediationsstil entscheiden. Unabhängig von dieser Entscheidungsfreiheit dürfen wir annehmen, dass jede Mediatorin ihre / jeder Mediator seine persönliche Note einbringen wird. Gleichzeitig hat sich im Rahmen der Mediation die Einteilung des Spektrums in drei Kategorien als sinnvolle Orientierung erwiesen:

Transformativer Stil:

Bei diesem Stil steht der Mensch mit seinem Charakter im Mittelpunkt der Mediation. Jene unterstützt uns primär dabei, den Konflikt auf unserer Beziehungsebene zu klären. Die Konfliktparteien begeben sich auf die Reise nach dem „Aha“-Moment.

Facilitativer Stil:

Der facilitative Stil zeichnet sich durch eine breite Palette an Fragestellungen aus, ohne zu sehr in die Tiefe zu gehen. Er steht in der Mitte der beiden anderen Stile und kann sozusagen als Bindeglied verstanden werden. Dabei kombiniert er Beziehungs- und Sachebene.

Evaluativer Stil:

Im Kontrast zum transformativen Stil steht bei diesem Stil die Sachebene im Mittelpunkt der Mediation. Jene unterstützt uns primär dabei, den Konflikt im Hinblick auf unser Recht zu klären. Die Konfliktparteien streben nach einer Lösung auf praktischer Ebene.

Fazit:
Im Gegensatz zu dieser theoretischen Darstellung lässt sich in der Praxis eine Vermischung der 3 Stile beobachten. Das ist auch gut so, denn aus Sicht von HOUSE OF MEDIATION stehen die Bedürfnisse der Konfliktparteien im Vordergrund und je nach Situation ist ein individueller Ansatz zu wählen. Grundsätzlich bin ich dem facilitativen Stil zuzuordnen.

Der Gesprächsfluss

4 Phasen erfolgreicher Kommunikation

 

In der Theorie läuft der Gesprächsfluss in der Mediation nach dem im Schaubild dargestellten Schema ab. 

Gesprächsfluss in der Mediation, erster Schritt
Gesprächsfluss in der Mediation, dritter Schritt
Gesprächsfluss in der Mediation, zweiter Schritt
Gesprächsfluss in der Mediation, vierter Schritt

In Phase 1 und 2 sprechen die Medianden ausschließlich mit dem Mediator. Er übersetzt das Gesprochene in eine für alle Konfliktparteien verständliche und leicht verdauliche Sprache. In Phase 3 öffnet sich langsam das Gespräch zwischen den Medianden. In Phase 4 der Optionsentwicklung ziehe sich der Mediator zunehmend zurück. Im Widerspruch zum Schaubild kommt es insbesondere bei der Optionsauswahl in der Praxis häufig noch zu einer verstärkten Tätigkeit des Mediators, aber dafür bin ich da.

Instrumente einer Mediation

für beispielsweise Paare & Familien

 

Mediation ist mehr als ein gutes Gespräch. Insbesondere in stärker eskalierten Konflikten sind einerseits die Positionen starr und verhärtet. Andererseits fällt es den Konfliktparteien schwer, an eine Lösung durch Mediation zu glauben. Durch zum Beispiel folgende drei Werkzeuge können positive Entwicklungen erreicht werden:

  • Die Methode des Lebendigen Denkmals nach Prof. Dr. Friedrich Glasl
  • Aufstellungen
  • Visualisierungen und geführte Meditationen

Neben diesen Werkzeugen gibt es zahlreiche weitere, wie zum Beispiel der Gespiegelte Dialog nach C. Rogers (1965), das Doppeln, das rotierende Tagebuch, usw. Dabei unterscheiden sich die drei zuerst aufgeführten Methoden zu den letzteren durch die Ansprache bzw. Wahl verschiedener Sinnesorgane für die Klärung des Konflikts. Anders ausgedrückt, bedienen sich die hier hervorgehobenen, zuerst genannten Techniken nicht primär der Kommunikation durch Worte und Sprache, sondern setzen einen anderen ‒ vielleicht erweiterten ‒ Ansatz in der Klärung von Konflikten.

Dabei funktioniert das Lebendige Denkmal bei einem Familienkonflikt mit drei Personen nach acht Schritten. Dabei nimmt jede Person die Rolle des lebendigen Denkmals einmal ein und die einzelnen Schritte werden folglich dreimal durchgeführt. Die Schritte sind wie folgt:

 

  1. Das lebendige Denkmal (Person A) platziert sich stehend und frontal vor die anderen beiden Teilnehmer:innen und lässt die Muskeln locker.
  2. Die anderen beiden Teilnehmer:innen (Personen B und C) bewegen die verschiedenen Körperteile des lebendigen Denkmals in die von ihnen wahrgenommene Position bzw. Haltung ‒ ein so genanntes Gegenwarts-Ich. Zum Beispiel können sie den Kopf des lebendigen Denkmals leicht nach hinten neigen, um Arroganz auszudrücken. Vielleicht wird auch ein Fuß oder der ganze Körper leicht nach außen bzw. weggedreht, um ein Fluchtverhalten zu repräsentieren.
  3. Nachdem das lebendige Denkmal in die gewünschte Position bzw. Haltung bewegt wurde, prägen sich diese alle Anwesenden ein (oder machen ein Photo).
  4. Jetzt überführen Personen B und C das lebendige Denkmal in die Position bzw. Haltung, die sie sich von Person A wünschen ‒ ein so genanntes Zukunfts-Ich. Zum Beispiel könnte ein nach hinten geneigter Kopf in eine aufrechte und zuhörende Position gebracht werden.
  5. Nachdem das lebendige Denkmal erneut in die gewünschte Position bzw. Haltung des möglichen Zukunfts-Ich gebracht wurde, prägen sich diese wieder alle Anwesenden ein (oder machen ein Photo).
  6. Danach wird das lebendige Denkmal zurück in die erste Position / Haltung das Gegenwarts-Ich gebracht.
  7. Das lebendige Denkmal (Person A) bewegt sich jetzt selbstständig aus der Position / Haltung des Gegenwarts-Ich heraus in die Position / Haltung des Zukunfts-Ich.
  8. Zum Schluss wird das Erlebte in gemeinsamer Runde besprochen. Dabei können z.B. noch Fragen des lebendigen Denkmals geklärt werden, was es mit dieser oder jener Veränderung der Position / Haltung aus der ursprünglichen Position (in Schrift 1) auf sich hatte. Vielleicht erzählt das lebendige Denkmal welche Positions- / Haltungswechsel aus dem Gegenwarts-Ich hinein in das Zukunfts-Ich besonders herausfordernd empfunden wurden. Unter Umständen haben die anderen beiden (Personen B und C) auch noch Tipps und Anregungen.

 

Besonders für gehörbeeinträchtigte Menschen oder Menschen mit Aufmerksamkeitsdefiziten, wie z.B. bei ADHS, können Werkzeuge mit einem anderen Fokus als Kommunikation durch Worte und Sprache eine Bereicherung für den Werkzeugkasten der Mediation sein. Für alle anderen sind die Verfahren ebenso wertvoll, da sie eine Abwechslung zum Gewohnten bieten. Dadurch können sie einen großen Unterschied machen.

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Charakteristika einer Mediation

Charakteristika

Das macht Mediation aus

Die Mediation ist ein eigenverantwortliches Streitbeilegungsverfahren. Als solches gibt es keinen Zwang, auch keinen zu einer Einigung. Die Beilegung eines Streits innerhalb einer Mediation ist freiwillig, d.h. die Konfliktparteien können zu ihrer Lösung des Konflikts selbstständig finden. Dabei liegt die Kontrolle des Geschehenes / des Gesprächs zu jedem Zeitpunkt in den Händen der Konfliktträger:innen. Sie bestimmen über die Entwicklung bzw.den Fortschritt und sind Gestalter:innen ihrer Konfliktlösung. Durch Eigeninitiative und aktive Mitwirkung am Lösungsprozess entstehen nachhaltige, individuelle Ergebnisse

In einer Mediation gibt es auch keinen Schuldspruch. Im Gegenteil, alle Sichtweisen sind aus dem Auge des Betrachters richtig. Der Mediator ist allparteilich! Allparteilich bedeutet dabei, dass der Mediator einerseits Kontakt zu allen Konfliktparteien aufnimmt und andererseits für alle Beteiligten gleichermaßen Partei ergreift. Er sieht nicht stillschweigend unparteiisch zu, sondern denkt sich aktiv in jede Konfliktposition hinein. Dieses Hineindenken ist für den Mediator wertfrei, er stellt neutralen Boden für alle Gedanken sowie Aussagen der Konfliktparteien zur Verfügung und schafft dadurch einen geschützten Raum.

 

Weiterhin ist die Mediation im (deutschen) Recht das Streitbeilegungsverfahren mit den geringsten formalen Anforderungen. Sie findet ihre Anwendung darum auch im persönlichen oder privaten Bereich.

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Ressourcen schonen

Ressourcen durch Mediation schonen

Im Kontext der Wirtschaft

Mediation fördert Nachhaltigkeit. Sie verzichtet auf Urteile Dritter, wie z.B. eines Richters. Konfliktlösungen können darum ausschließlich einvernehmlich vereinbart werden. Einvernehmlichkeit bedeutet Konsens und die Befürwortung des besprochenen Ergebnisses. Freiwilligkeit gewährleistet Umsetzung. In länderübergreifenden Konflikten kann dies von besonderer Bedeutung sein.

Mediation schont Beziehungen. Die Mediatorin oder der Mediator schützt vor Verletzungen und bekräftigt wertschätzende Mitteilungen. Verbale Angriffe werden unterbunden und anerkennende Aussagen wiederholt. Gegenseitiges Vertrauen wird erhalten und meist gestärkt. Zusammenarbeit wird fortgesetzt.

Konfliktgespräche mittels Mediation sind konstruktiv. Verfahrensschritte einer Mediation bauen prozessdynamisch aufeinander auf. Das heißt, relevante Themen werden in eingehender Tiefe verhandelt und Nebenschauplätze bleiben Nebenschauplätze. So zum Beispiel wird nach der ersten Phase — dem Vertrauensaufbau — die Vergangenheit bzw. aktuelle Situation besprochen, bevor es in die Lösungsfindung geht. Ein roter Faden sichert den zielorientierten Umgang mit dem Konflikt.

Mediation ist vertraulich. Vor Beginn einer Mediation wird in der Mediationsvereinbarung festgehalten, welche Personen an ihr teilnehmen werden. Sensible Information bleiben damit hinter den Wänden der Mediation verschlossen und gelangen nicht an Dritte, wie z.B. Berichterstatter:innen und Mitbewerber:innen. Zuwiderhandlungen können strafrechtlich verfolgt werden.

Konfliktbeilegung mittels Mediation ist effektiv. Mediation allokiert Zeit direkt am Konfliktgeschehen, indem der Konflikt im persönlichen Gespräch adressiert wird. Angestellte und Führungskräfte können ihrem eigentlichen Tagesgeschäft nachkommen, weil sie nicht durch Prozesse innerhalb des Konflikts (z.B. bei der Kommunikation mit Kanzleien und Gerichten) gebunden sind. Unternehmensziele bleiben damit weitgehend vom Konflikt unberührt.

Mediation ist effizient. Unmittelbar können Termine vereinbart werden und anfallende Kosten werden für gewöhnlich zwischen den Konfliktparteien geteilt. Das spart Zeit und Geld. Ressourcen werden geschont.

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Selbstverantwortung

Vorausschauend denken

DURCH MEDIATIONsklauseln

 

Im Konfliktfall kann es herausfordernd sein, die andere Seite davon zu überzeugen, sich zu einem Gespräch zu treffen.

HOUSE OF MEDIATION empfiehlt deshalb, weitsichtig zu handeln und vorzubeugen. Sprechen Sie bereits bei Vertragsabschluss mit Ihrer Vertragspartnerin / Ihrem Vertragspartner darüber, wie Sie im Fall eines aufkommenden Konflikts vorgehen werden. Idealerweise halten Sie sowohl das Verfahren als auch den Dienstleister schriftlich fest.

Die EUCON (Europäisches Institut für Conflict Management) stellt dazu Vorlagen, wie z.B. Mediationsklauseln, zur eigenen Anpassung bereit.